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Stadtblatt Lingen

Lingen, Freitag der 21. September 2018

Etwas weiter weg

„Ein unglaublich attraktiver Ort“

Babelsberger Filmschaffende arbeiten im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus – Ergebnisse vom 17. bis 21. Oktober im Programm des Unabhängigen FilmFests

Julia Scheck l.Marlis Roth r.28.06.2018.c Harald Keller.P1150190bOsnabrück. – Es war nicht die Vermessung der Welt – der Zollstock wurde im „Raum der Gegenwart“ im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus angelegt. Derzeit tragen die Museumswände keine Bilder. Ideale Voraussetzungen für Studierende der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, die unter der Leitung von Professorin Marlis Roth am Projekt „Site Specific Film“ arbeiten. Am Donnerstag, 28. Juni 2018, waren die Dozentin und sieben Studierende für einen Tag in Osnabrück zu Gast, um das Museumsquartier und speziell den „Raum der Gegenwart“ auf ihre künstlerischen Möglichkeiten hin zu erforschen. Zugleich nutzte die Gruppe die Gelegenheit, erste Eindrücke von der Stadt zu sammeln und fotografisch festzuhalten.

 

Marlis Roth ist Dozentin für Künstlerische Montage und Nonlineare Formen an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Von ihr stammt das künstlerische Konzept „Site Specific Film“. Sie verfolgt es seit zehn Jahren. Die Filmschaffenden stellen sich der Herausforderung, kreativ auf ausgewählte Orte zu reagieren. Die Architektur, aber auch abstrakte Aspekte eines Raums inspirieren den Inhalt des Films. Später wird er der Schauplatz der Projektion. Nicht in der gewohnten rechteckigen Form der Kinoleinwand, sondern angepasst an die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten, in Gestalt einer Installation.

Marlis Roth war Anfang Juni 2018 über das Unabhängige FilmFest Osnabrück auf das Osnabrücker Museumsquartier mit dem von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfenen Felix-Nussbaum-Haus aufmerksam geworden. Roth: „Ein unglaublich attraktiver Ort.“

Bei Festivalleiterin Julia Scheck und der Leitung des Felix-Nussbaum-Hauses stieß ihr Vorhaben sofort auf großes Interesse. Die Installation der Babelsberger Studierenden gehört zum umfänglichen Programm des Unabhängigen FilmFests, das in diesem Jahr vom 17. bis 21. Oktober 2018 stattfinden wird.

Als glücklicher Umstand erwies sich, dass im Felix-Nussbaum-Haus derzeit keine Ausstellungen stattfinden. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten „20 Jahre / 20 Tage / 20 Gäste“ werden die Galerieräume für künstlerische Gastspiele und Interventionen genutzt. Ein günstiger Zeitpunkt für das Projekt „Site Specific Film“. Damit ergab sich eine ideale Ergänzung, so Mechthild Achelwilm, Kuratorin für zeitgenössische Kunst und Programm des Museumsquartiers Osnabrück Felix-Nussbaum-Haus/Kulturgeschichtliches Museum: „Der Ansatz, sich von architektonischen Räumen und ihrer Sphäre inspirieren zu lassen und die eigene und gesellschaftliche Geschichte zu befragen, entspricht unserem Konzept und unserer Vorstellung für zukünftige Exponate und Ausstellungen im Raum der Gegenwart. Gesellschaftliche, politische oder historische Kontexte sind an einem expressiven Ort wie dem Felix-Nussbaum-Haus deutlich wahrnehmbar, sicht- und spürbar. Die Kooperation mit der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf verspricht eine wirklich interessante Zusammenführung und eine außergewöhnliche, spannende Museumserfahrung.“

Die erwartet auch Festivalleiterin Julia Scheck: „Die Ungewissheit, wie das Ergebnis am Ende konkret aussehen wird, weckt meine Neugier sehr stark und ich hoffe, das geht den Festivalbesucherinnen und Festivalbesuchern ähnlich. Gleichzeitig sehe ich sehr viele Parallelen zum FilmFest selbst. Jedes Jahr kommen wir für fünf Tage mit unseren Gästen und unserem Publikum an einem temporär geschaffenen Ort zusammen, um über Filme, die uns bewegen, zu sprechen und sie gemeinsam zu sehen. Das Projekt der Konrad-Wolf-Klasse von Professorin Marlis Roth treibt es einen Schritt weiter und kreiert etwas, was nur zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem sehr spezifischen Ort, unter bestimmten Parametern, funktioniert. Der Aspekt der Vergänglichkeit macht es in meinen Augen sehr besonders.“

Das 33. Unabhängige FilmFest Osnabrück findet vom 17. bis 21. Oktober 2018 statt. Foto: © Harald Keller.Os.

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