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Stadtblatt Lingen

Lingen, Dienstag der 19. März 2019

Vorbildliches, bürgerschaftliches Engagement: Verdienstkreuz am Bande für Hinrikus Ude

12.12.Bundesverdienstkreuz Hinrikus Ude 1Lingen. Eine besondere Ehre wurde Hinrikus Ude zuteil: Oberbürgermeister Dieter Krone überreichte ihm im Namen des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit dieser hohen Auszeichnung wurde das außergewöhnliche und jahrzehntelange Engagement Udes im Bereich der humanitären Hilfe mit dem „Freundeskreis der Ukrainefahrer“, in der Kommunalpolitik sowie in der Schornsteinfeger-Innung Osnabrück-Emsland gewürdigt. „Mit Deinem Elan, Deiner Kompetenz und Deiner Zielstrebigkeit hast Du viel erreicht. Du hast dem bürgerschaftlichen Engagement in unserer Stadt ein Gesicht gegeben“, hob Oberbürgermeister Krone in seiner Laudatio hervor.

Im Bereich der humanitären Hilfe engagiert sich Hinrikus seit 1994 im „Freundeskreis der Ukrainefahrer“. Der Freundeskreis unterstützt mit Sach- und Geldspenden das ukrainische Dorf Juskivzi im Landkreis Lanivzi. Als Mitverantwortlicher habe Ude etliche der bereits 38 durchgeführten Transporte in die Ukraine mit organisiert und selbst begleitet. „Mit Deinem persönlichen Einsatz sorgst Du dafür, dass die Hilfe dort vor Ort ankommt, wo sie dringend benötigt wird“, betonte der Oberbürgermeister. Von der Unterstützung des Freundeskreises profitieren insbesondere ein Kindergarten, eine Schule und die Sozialstation in Juskivzi, das Kreiskrankenhaus und das mit Hilfe des DRK Kreisverbandes Emsland eingerichtete Medico- Sozialzentrum in Lanivzi.

Krone verwies auf die logistischen Herausforderungen der Hilfsgütertransporte, die Kleidung, Medikamente, Krankenhausbetten oder Einsatzkleidung für die Feuerwehr beinhalteten. Im Laufe der Jahre hat der Freundeskreis Hilfsgüter im Wert von mehr als einer Million Euro in die Ukraine gebracht. Darüber hinaus sind Geldspenden eingesammelt worden, um beispielsweise den Betrieb der beiden Sozialstationen aufrechtzuerhalten oder ein neues Dach und eine Heizung für die Schule zu finanzieren. Der Freundeskreis der Ukrainefahrer hat wertvolle Hilfe für die Menschen in der Ukraine geleistet und dazu beigetragen, die Not, die dort leider noch herrscht, zu lindern. Die Teilnahme der Bürgermeister aus Juskivzi und Lanivzi an der Ordensverleihung zeigte, wie hoch das Ansehen des Freundeskreis der Ukrainefahrer dort ist und welch großer Respekt ihnen entgegengebracht wird.

Neben der Ukrainehilfe engagierte Ude sich in der Kommunalpolitik. So war er 25 Jahre lang Mitglied im Ortsrat Bramsche und zehn Jahre im Lingener Stadtrat vertreten. In zahlreichen Gremien, wie dem Sportausschuss, dem Werksausschuss Wirtschaftsbetriebe oder dem PBA, hat Ude u.a. auch als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender aktiv an der politischen Meinungsbildung und Weiterentwicklung der Stadt mitgewirkt. „Verantwortungsbewusstsein, Fairness und Sachlichkeit waren für Dich dabei immer selbstverständlich“, beschrieb Oberbürgermeister Krone das Wirken des Lokalpolitikers. Für sein großes Engagement wurde Ude 2012 zum Ehrenmitglied des Ortsrates Bramsche ernannt.

Im berufsständischen Bereich machte sich Hinrikus Ude in der Schornsteinfeger-Innung stark. Nachdem der gebürtige Ostfriese zunächst in Ostfriesland aktiv war, trat er 1982 in die Schornsteinfeger-Innung Osnabrück-Emsland ein und ist dort bis heute Mitglied. Acht Jahre lang war Ude Schriftführer, bis er 1997 zum stellvertretenden Obermeister und 2002 schließlich zum Obermeister ernannt wurde. Während seiner fünfjährigen Zeit als Obermeister war Ude auch als Beisitzer im Vorstand des Landesinnungsverbandes Niedersachsen vertreten. „Auch dieses große Engagement ist nicht selbstverständlich und wurde Dir hoch angerechnet. So wurdest Du 2007 dafür mit der goldenen Ehrennadel der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland ausgezeichnet und zum Ehrenobermeister ernannt“, blicke Krone zurück.

Einen besonderen Dank sprach Krone in seiner Laudatio der Ehefrau von Hinrikus Ude aus, die ihrem Mann immer den Rücken gestärkt und hinter ihm gestanden habe. Auf diese Unterstützung ging auch Ude in seinen Dankesworten ein. Er erklärte, dass er diese Auszeichnung seiner Familie widme. Er habe seiner Ehefrau nach dem Umzug nach Lingen eigentlich versprochen, keine Ehrenämter zu übernehmen. „Vielleicht hätte ich auch einmal nein sagen sollen“, sagte Ude mit einem Augenzwinkern. Aber alle übernommenen Aufgaben hätten ihm immer großen Spaß gemacht. Er dankte seinen Weggefährten und vor allem den Ukrainefahrern. Die Ukrainehilfe zeige, wie Geschichte aufgearbeitet werden könne und trage dazu bei, Vorbehalte zu überwinden und Freundschaften zu knüpfen. Einen besonderen Dank sprach er abschließend den weit gereisten Gästen aus der Ukraine aus. Diese hatten eine 24-stündige Anreise auf sich genommen, um an der Ordensverleihung teilzunehmen. „Eure Herzlichkeit spornt uns Ukrainefahrer an, weiterzumachen“, sagte Ude. Foto: © Stadt Lingen

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