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Stadtblatt Lingen

Lingen, Sonntag der 16. Dezember 2018

Bernhard Strodt feiert 100. Geburtstag und ganz Brockhausen feiert mit

10.12.100. Geburtstag Bernd Strodt 1Lingen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune konnte der Lingener und Brockhausener Bernhard Strodt am Donnerstag seinen 100. Geburtstag feiern. Da er der älteste Bewohner des Lingener Ortsteils ist, ließen es sich auch viele Einwohnerinnen und Einwohner Brockhausens nicht nehmen, dem Geburtstagkind zu gratulieren. So marschierten passend zu 11 Uhr Mitglieder des Schützenvereins, dem Bernhard Strodt seit 82 Jahren angehört, sowie große und kleine Bekannte des Jubilars auf den Hof und sangen ihm zusammen mit Oberbürgermeister Dieter Krone, dem stellvertretenden Landrat, Klaus Prekel und Ortsvorsteher Stefan Koors ein Ständchen. Oberbürgermeister Dieter Krone überbrachte neben der Urkunde und besten Glückwünschen der Stadt auch ein Glückwunschschreiben des Ministerpräsidenten Stephan Weil. Bereits am Vorabend hatten Nachbarn und Familienmitglieder einen Kranz für das Geburtstagskind am Haus angebracht. Der Geburtstag war dann mit einem Wortgottesdienst mit Pastor Fix gestartet. Die große Geburtstagsfeier folgt dann noch am Samstag. Bernhard Strodt blickt mit seinen 100 Jahren auf ein bewegtes Leben zurück.

Als eines von 16 Geschwisterkindern musste er erleben, wie zwei seiner Schwestern und seine Mutter im Krieg erschossen wurden. Er selbst geriet in Frankreich in Gefangenschaft. Noch heute erinnert ein Kreuz hinter dem Haus der Familie an die Verstorbenen. So hatte sich Bernhard Strodt zu seinem Geburtstag auch nur gewünscht, dass das Kreuz noch einmal neu hergerichtet werde. Bereits seit 1927 bewohnt die Familie das Haus in Brockhausen und bewirtschaftete den landwirtschaftlichen Betrieb zunächst noch selbst. 1965 gründete Bernhardt Strodt dann zusammen mit seiner Frau ein Busunternehmen, um die Kinder des Ortsteils zur Schule, zum Kindergarten und zum Christophorus-Werk zu bringen. Bis 1972 saß er selbst hinter dem Steuer. Aus diesem Grund ist „Opa Strodt“, wie er liebevoll genannt wird, auch noch vielen im Ort bekannt. Der 100-Jährigen spielt noch alle 14 Tage Doppelkopf und liest jeden Morgen die Zeitung – ganz ohne Brille, wie seine Schwiegertochter betont. Zudem gehört auch der Besuch des alljährlichen Schützenfests zum festen Programm des ältesten Schützenbruders des Vereins.

Sein hohes Alter führt seine Familie vor allem auf seine große Gelassenheit und Zufriedenheit zurück. Trotz einiger gesundheitlichen Probleme und Rückschläge habe er immer das Positive an der Situation gesehen. „Heute war kein guter Tag, aber morgen kommt ein neuer“ – das sei das Motto des Jubilars in schwierigen Situationen gewesen.

So können am Wochenende die Kinder und Schwiegerkinder, 13 Enkelkinder sowie sechs Urenkelkinder mit Bernhard Strodt feiern. „Alles in allem kommen die ganze Woche über bestimmt 400 Gäste“, erklärte seine Tochter Maria Frericks lachend. Doch das sei ganz im Sinne ihres Vaters: „Er freut sich, wenn viel los ist.“ Fotos: © Stadt Lingen

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