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Stadtblatt Lingen

Lingen, Sonntag der 16. Dezember 2018

38. Hilfsgütertransport des „Freundeskreis der Ukrainefahrer“

Große Dankbarkeit in der Bevölkerung für die Hilfe

Ukraine Fahrt 2018 01Der „Freundeskreis der Ukrainefahrer“ hatte wieder mit Hilfe vieler Spender Krankenhausbetten, Rollstühle, Rollatoren, medizinische Hilfsmittel, Sanitätsmaterial und Dinge des täglichen Gebrauchs für den 38. Hilfsgütertransport zusammengetragen. Dazu zählten ebenso 750 Kartons mit Kleidung und Schuhe für Groß und Klein.

Lingen. Die Teilnehmer des 38. Hilfsgütertransportes waren erneut beeindruckt von der Gastfreundlichkeit der ukrainischen Bevölkerung. Sie stellten aber auch fest, dass in der Region Lanivzi, aus der 1941 wahllos 86 junge Männer von 16 bis 18 Jahren zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren, immer noch große Not herrscht. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat waren sie sich trotz der Strapazen während der insgesamt 4000 Kilometer langen Hin- und Rückreise einig, dass sie weiterhin helfen wollen.

Anlass der seit 28 Jahren durchgeführten Hilfsgütertransporte war 1990 der Besuch der ehemaligen Zwangsarbeiter Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch Schafaruk aus Juskivzi in der Westukraine. Sie gehörten zu den 20 Männern aus dem Ort, die wie weitere 262 Fremd- und Zwangsarbeiter sowie 247 Kriegsgefangene aus allen von deutschen Truppen besetzten Ländern von 1940 bis 1945 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Lingen arbeiten mussten.

In den mittlerweile 27 Jahren ebbte die Hilfsbereitschaft nicht ab und so startete jetzt der 38. Transport mit zehn Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine. Der Freundeskreis der Ukrainefahrer zollt all den Menschen Dank und Anerkennung, die Ideell, materiell und finanziell ihr Wirken unterstützen. Lob gebühre auch der politischen Seite Lingens, die das Bestreben des Freundeskreises über alle Fraktionen hinweg unterstützt.

Die Ukrainefahrer wollen den Menschen, besonders aber den Alten und Kindern in der Region helfen. Die Hilfsgüter waren von einem ukrainischen Spediteur zum Zoll in die Regionshauptstadt Ternopil (132 Kilometer östlich von Lemberg) gefahren worden. In einem Kleinbus von der Firma Ford Jansen und vom DRK Ortsverein Elbergen sowie einem privaten Fahrzeug, begleiteten Heinz Dickebohm, Holger Ester, Jörg Heilen, Heinz Humbert, Klaus Kück, Claudia und Jörg Krone, Hermann Lindwehr, Andreas Pengemann, Uwe Pricker, Martin Schöttmer und Hinrikus Ude den Sattelzug begleitet.

Die Fahrt führte über ausgezeichnete Autobahnen in Polen und gute Straßen in der Ukraine nach Ternopil, Hauptstadt der Region Oblast, die mehr als 220.000 Einwohner hat. Von hier aus starteten die Ukrainefahrer täglich nach Lanivzi und Juskivzi, um ihre Freunde zu besuchen und mehr über die Unterbringung der zehn Tonnen Hilfsgüter sowie die Zukunftspläne der Verantwortlichen zu erfahren. Ihnen standen als Dolmetscherin Anja Wolodymyriwna Usik und Natailja Albertiwna Derkevych zur Seite.

Fruchtbare Gespräche wurden mit Direktorin Oxana Ivanivna Hodanovytch vom Unternehmen ACTAPTA, das in der Ukraine Einrichtungen für die Getreideverarbeitung baut, geführt. Große Pläne hatten auch die Molkereidirektoren Nikolai Antonowitsch Jatzula und Nikolai Petrowitz, die in Deutschland nach Kooperationspartner suchen. Mykhaylo Kuntran, Bürgermeister von Juskivzi, will im Ort die Straßen verbessern. Die Verbindungsstraße nach Lanivzi war auch dessen Bürgermeister Roman Kaznovetskyi ein Dorn im Auge. Er meinte, dass es aber an Geldern und Bewilligungen fehle. Kaznovetskyi hatte bereits Kontakte ins europäische Ausland geknüpft und die Auszeichnung „Open World“ vom Leadership Center erhalten. Kaznovetskyi wünschte sich Kontakte mit westlichen Investoren, denen er gern 20 Hektar Gewerbefläche zur Verfügung stelle.

Bei dem Treffen mit der Leiterin des Ukrainischen Roten Kreuzes (URK) in Ternopol, Olexandra Bryhadyr, die für 17 Kreisverbände verantwortlich ist, wartete sie für Hinrikus Ude mit einer Überraschung auf. Der Präsident des URK hatte ihm im Jahr des 100-jährigen Bestehens des URK eine hohe Auszeichnung verliehen. Ude nahm diese stellvertretend für alle bisher über 100 Teilnehmer von Hilfsgütertransporten entgegen.

Da der Freundeskreis sich auf die Fahnen geschrieben hat, seine vier Projekte: die Schule und Sozialstationen in Juskivzi sowie das Krankenhaus und die Sozialstationen in Lanivzi zu betreuen, hatten sie für die Kranken eine große Menge Medikamente im Gepäck, die Apotheker Michael Koop zusammengestellt und gespendet hatte. In der Schule in Juskivzi, die gern Partnerschaften eingehen wolle, empfingen die Kinder die Lingener und Elberger mit Musik, Tanz und Gesang. Bei den eigens inszenierten „Spielen ohne Grenzen“ amüsierten sich alle gleichermaßen. „Heiß“ her ging es beim Tischtennisturiner in Lanivzi, bei dem alle auf ihr Kosten kamen.

Der „Freundeskreis der Ukrainefahrer“ bittet weiterhin um Spenden und gewährleistet, dass das Geld zu 100 Prozent vor Ort für die Menschen in der Ukraine eingesetzt wird. Um weiter helfen zu können, benötigt der Freundeskreis neben Sach- auch Geldspenden für weitere Hilfsprojekte. Dies kann auf das Konto der Stadt Lingen, Volksbank Lingen, IBAN: DE41 2666 0060 1100 9438 00, BIC: GENODEF1LIG, Stichwort „Ukrainehilfe“ eingezahlt werden. Eine Spendenbescheinigung wird ausgestellt. Weitere Auskünfte: Hinrikus Ude, Telefon (05906) 3369005 und (0160) 96902620 sowie per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . | Fotos: © Ukrainefahrer

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