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Stadtblatt Lingen

Lingen, Sonntag der 16. Dezember 2018

24 Tonnen Hilfstransport für die Ukraine

„Freundeskreis der Ukrainefahrer“ erfährt große Dankbarkeit

Ukraine Lanowzy EmpfangDer „Freundeskreis der Ukrainefahrer“ hat den 37. Hilfsgütertransport durchgeführt. Ein ukrainischer Spediteur hat über 24 Tonnen gesammelter Hilfsgüter in die Region der Ukraine transportiert, aus der während des II Weltkrieges 86 junge Männer entführt wurden, um bis Kriegsende im Reichseisenbahnausbesserungswerk Lingen Zwangsarbeit verrichten.

Lingen. Heinz Humbert, Andreas Pengemann, Jörg Heilen, Alfons Acker, Hinrikus Ude, Hermann und Irmgard Pieper, Jörg und Claudia Krone sowie Petra Kaul hatten sich in zwei VW Kleinbussen auf den Weg gemacht. Sie holten den einen Tag vorher gestarteten Sattelzug an der polnisch-ukrainischen Grenze ein. „Nach einer Stunde waren alle Grenzformalitäten erledigt und wir stellten die Uhren eine Stunde vor“, berichtete Ude.

In Ternopil angekommen, wartete schon Dolmetscherin Natalya und die Leiterin des „Medico-Sozial-Center“ (MSC) in Lanovzy, Larysa Mysiuk auf die Freunde. Am Zollhof in Ternopil habe Olexandra Bryhadyr vergeblich versucht, einen Beamten für die Registrierung des Transportes zu bekommen. Dies sei dann aber auf dem Zollhof in Zbarasch gelungen. „Mit einem Zollbeamten im „Schlepptau“ fuhren wir nach Lanovzy zur Feuerwehr. Hier hatte deren Chef Taras eine Gruppe Helfer zusammengetrommelt und der Lkw wurde recht zügig abgeladen“, erklärte Hinrikus Ude.

Ukraine Juskowzy Feuerwehr

Große Freude herrschte bei Irmgard und Hermann Pieper, als sie ihre Freundin Anja Usik wiedersahen. Die junge Lehrerin zeigte den Gästen ihr Heimatdorf Juskovzy und besuchte deren Familie. Die „Küchenfee“ Tamara habe gegen Abend alle zu einem ihrer bekannt guten Essen eingeladen. Heinz Humbert, Alfons Acker und Ude seien für Gespräche zum Kloster Potschajiw gefahren. Mit Larissa sei vereinbart worden, dass eine Krankenschwesternstelle mit 1500 Euro vom DRK Kreisverband Lingen und 150 Euro Spendengeldern vom „Freundeskreis der Ukrainefahrer“ gefördert werde.

Ukraine Juskowzy Grab ProkopijFür die Aufstockung der halben Stelle von Larissa, habe sie 350 Euro erhalten, so Ude. Nach einer ausführlichen Besprechung seien weitere 500 Euro für den Holzschuppen am MSC an Larissa, um Baumaterialien zu kaufen. Den Rest von 350 Euro erhalte sie im August, wenn Reinhold Diekamp mit seiner Gruppe komme. Auf dem Plan stand auch der Besuch des Krankenhauses, wo sie vom Chefarzt und Ratsvorsitzenden von Lanovzy, Ruslana erwartet wurden. Jörg Heilen habe dem Chefarzt versprochen, sich dafür einzusetzen, dass er vom Lingener Krankenhaus aussortierte Sachen erhalte.

Ukraine Juskowzy Grab Wasili

Nach dem Besuch der Familie Smoly brachten die Gäste Blumen an die Gräber der ehemaligen Zwangsarbeiter Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch Schafaruk aus Juskovzy. Die beiden Denkmäler hatte die Stadtverwaltung Lingen bezahlt, sagte Ude. Zusammen mit Bürgermeister Mykhaylo (Mischa) Kuntran hätten sie die Sozialstation aufgesucht und 200 Euro übergeben. Mischa habe an der Schule einen Empfang mit seiner Kapelle arrangiert. Höhepunkt beim Schulbesuch sei die Aufführung von Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen gewesen. Sie setzten in Deutsch die „Sitzung des europäischen Parlaments“, in deren Mittelpunkt die Aufnahme der Ukraine in die EU stand, in Szene.

Der größte Wunsch der Schule in Juskovzy sei eine Partnerschaft mit einer Lingener bzw. emsländischen Schule, berichtete Ude. Glückliche Gesichter und Freudentränen habe es zum Abschied gegeben. Auf der Rückfahrt sei bei Berlin ein Bulli mit einem Defekt liegengeblieben. Der ADAC habe geholfen und so sei die Fahrt mit einem Leihwagen weiter in Richtung Lingen gegangen. Der VW Kleinbus sei später mit Sammeltransport zurückgebracht worden.

Ude Resümierte: „Die Hilfsgüter werden gut verteilt: Je ein Drittel für Juskovzy, Lanovzy und für das Kriegsgebiet im Osten der Ukraine. Wie wichtig es ist, die Situation vor Ort kennenzulernen, wird immer wieder von allen Teilnehmern bestätigt. Um weiter helfen zu können, benötigt der Freundeskreis weiter Spenden für weitere Hilfsgütertransporte. Die Sachen werden zu 100 Prozent für die Menschen in der Ukraine eingesetzt.“

Geldspenden können auf das Konto der der Stadt Lingen, IBAN: DE41 2666 0060 1100 9438 00, BIC: GENODEF1LIG unter dem Stichwort „Ukrainehilfe“ bei der Volksbank Lingen eingezahlt werden. Eine Spendenbescheinigung wird ausgestellt. Weitere Auskünfte erteilen: Hinrikus Ude, Telefon (05906) 33 69 005 und (0160) 96 90 2620, per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie Hans-Joachim Wiedorn, Telefon (05907) 370 und (0171) 53 24 497, per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Fotos: © Ukrainefahrer

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