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Stadtblatt Lingen

Lingen, Sonntag der 16. Dezember 2018

25 Jahre Ukraine Hilfe aus Lingen

Besuch von ehemaligen Zwangsarbeiten löste große Hilfsbereitschaft aus

Lingen 25 Jahre UA Hilfe Chronik an OB Krone HLWSeit 25 Jahren wird von Lingen aus die Region in der Ukraine mit dringend benötigten Hilfsgütern versorgt, aus der Zwangsarbeiter während des II. Weltkrieges nach Lingen verschleppt worden waren. Drei Ukraine-Fahrer haben zum Jubiläum eine Chronik erstellt, die sie druckfrisch Oberbürgermeister Dieter Krone überreichten.

Lingen. Hajo Wiedorn, Hinrikus Ude und Hermann Lindwehr sind Autoren der 70-seitigen, mit vielen Fotos von den bisher 35 Transporten versehenden Chronik. „Wir konnten das Werk dank der großartigen Unterstützung von Erwin Heinen und der Stadt Lingen erstellen“, erklärte die Ukraine-Fahrer bei der Übergabe an Dieter Krone und der Leiterin des Dezernats II, Monika Schwegmann.

Auftakt der Welle der Hilfsbereitschaft war der Besuch am 24 Juni 1991 von Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch Schafaruk aus Juskovzy in der Westukraine. Sie gehörten zu den 20 Männern aus Juskovzy, die wie weitere 262 Fremd- und Zwangsarbeiter sowie 247 Kriegsgefangene aus allen von deutschen Truppen besetzten Ländern von 1940 bis 1945 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) arbeiten mussten. An der heutigen Halle IV an der Kaiserstraße erinnert ein Ehrenmal an sie. Alle, die den Krieg überlebt hatten, waren 1945 teilweise in ihre Heimatländer zurückgekehrt.

Der Vater von Heinz Peters war damals Werkmeister im RAW und hatte sich besonders um Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch aus Juskovzy mit Familienanschluss gekümmert. Damals „Franz“ und „Marian“ genannt, hatten die beiden ab 1945 nach ihrer Heimkehr ständigen Briefkontrakt mit Familie Peters. Später äußerten „Franz“ und „Marian“ auch den Wunsch, einmal Lingen wiederzusehen. Dieses Anliegen hatte Cilli Peters, die in der Stadtverwaltung arbeitete, an Oberstadtdirektor a. D. Karl-Heinz Vehring herangetragen. Sie stieß sofort auf offene Ohren.

„Dem damaligen Spendenaufruf folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft und so konnte im Februar 1992 unter Regie des DRK Kreisverband Lingen der erste Hilfsgütertransport nach Juskovzy erfolgen. In den 25 Jahren sind es mittlerweile 35 Transporte geworden“, erklärten die drei Autoren und ergänzten: „Da „Franz“ und „Marian“ schon verstorben sind, wollten wir eigentlich die Hilfsgütertransporte einstellen, aber die Kriegswirren im Osten der Ukraine haben uns bewegt, weiterzumachen.“

Zum harten Kern zählen zwölf Freunde. Bisher sind 75 Personen aus Lingen und dem Altkreis mitgefahren. Kürzlich ist eine Delegation zur 25-Jahrfeier nach Juskovzy gefahren. Für die Ukraine-Fahrer waren Empfänge und Feiern arrangiert worden. Dieter Krone stellte die ehrenamtliche Arbeit der Ukraine-Fahrer als Beispielhaft heraus und lobte das Engagement des Freundeskreises, der auch weiterhin auf die machbare Unterstützung der Stadt Lingen rechnen könne.

Die Chronik ist gegen eine freiwillige Spende bei Hinrikus Ude, Telefon (0160) 969 02 620 erhältlich. Fotos: © Privat


Einige Fotos von den Fahrten in die Ukraine

1992 Erste Fahrt Uraine 41992 Erste Fahrt Uraine 51992 Erste Fahrt Uraine 72 Der zweite Transport 1992  0062 Der zweite Transport 1992  007 a2 Der zweite Transport 1992  0082 Der zweite Transport 1992  0122 Der zweite Transport 1992  0132 Der zweite Transport 1992  0142 Der zweite Transport 1992  0162 Der zweite Transport 1992  0182 Der zweite Transport 1992  019

 

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